Entgegen anderen Formen der KLR wird hier der organisatorische Ablauf einzelner Tätigkeiten (z. B. Bearbeitung eines Aufnahmeantrages) betrachtet. Die Kosten werden für jeden einzelnen Arbeitsschritt ermittelt. Gerade für häufig vorkommende Arbeitsprozesse im Verein ermöglicht dies eine große Transparenz der Kosten.
Das jüngste Instrument der Kostenrechnung ist die Prozesskostenrechnung. Für eine breite Verwendung im Vereinsbetrieb ist sie vermutlich zu aufwändig. Der Grundgedanke jedoch ist verlockend. Abweichend von der Betrachtung der Struktur des Vereins (Kostenstellen) oder der Produkte (Kostenträger) wird hier der einzelne Leistungsprozess (Ablauf) ins Blickfeld gerückt.
Diese Betrachtungsweise ist insbesondere bei Prozessen sinnvoll, die im Verein häufig vorkommen: z. B. die Aufnahme neuer Mitglieder, die Anmeldung von Kursteilnehmern, die Abrechnung von Übungsleiterhonoraren oder die Erstellung der Vereinszeitung. Vereinfacht analysiert die Prozesskostenrechnung die Kosten nach den einzelnen Schritten des Arbeitsablaufes. In der folgenden Übersicht ist ein Beispiel zu der Bearbeitung von Mitgliedschaftsanträgen.
In dem Beispiel ergeben sich die EUR-Beträge aus
Die nicht bezahlt erbrachten Tätigkeiten werden in Arbeitsminuten angesetzt.
So lässt sich aus der Analyse erkennen, wie viel Aufwand in jedem einzelnen Bearbeitungsschritt anfällt. Vereinfachungen lassen sich so detailliert diskutieren. Beispiele:
Die mögliche Einsparungssumme richtet sich danach, wie häufig dieser Leistungsprozess "Neuaufnahme" vorkommt.
Neben der rein kostenmäßigen Analyse ist die Transparenz des organisatorischen Ablaufes ein weiterer Gewinn der Vorgehensweise. Voraussetzung für die Nutzung im Verein sind
Für die Bewertung müssen unter Umständen Bearbeitungszeiten bewusst abgemessen und notiert werden, so dass die erfassten Aufwendungen einigermaßen der Vereinsrealität entsprechen.
Letzte Änderung: 16.02.2012
Inhalt: Prof. Dr. Ronald Wadsack